Fotokritik von Peter Sennhauser

Allgemein

Pilatus' Sunset

Bin heute über die Kritik zu diesem Foto gestolpert. Sie ist zwar schon etwas älter, möchte sie dennoch nicht vorenthalten.

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Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabio Walser:

Der Pilatus liegt in dieser Farbfotografie als Silhouette hinter dem Ufer des Vierwaldstättersees bei Luzern. Über dem Gipfel des Bergs prangt ein Sichelmond, leicht weichgezeichnet von einigen Dunstschleiern am Abendhimmel. Im Vordergrund auf dem Wasser sind die Lichter eines Kursschiffes auszumachen, das von rechts nach links durchs Bild fährt.

Eine stimmungsvolle Aufnahme, die besonders wegen des Sichelmondes über dem Pilatus gefällt:

Pilatus' Sunset

Pilatus‘ Sunset

Du hast eine ziemlich gute Zeit erwischt mit etwas Restlicht und dem Mond über dem Berg, obwohl ich mir aus eigener Erfahrung dehr gut vorstellen kann, dass Du Dir bei der Vorbereitung ausgerechnet hast, dass der Mond etwas früher an der richtigen Stelle stünde und die Landschaft unter dem Berg noch mit Konturen und Kontrasten und nicht nur mit hellen Lichtern erfüllt wäre. Dennoch hat es sich auf jeden Fall gelohnt, hier mit dem Stativ bereit zu stehen – namentlich die rosa Schleierwolken tragen viel zur Stimmung bei.

Ob das auch für das in 22 Sekunden zu einem Linienbündel verwischten Schiff gilt, ist wohl Geschmackssache. Ich bin persönlich der Meinung, dass solche Effekte als Ausdruck der Zivilisation und einer technischen Welt besser in Stadtlandschaften passen, die den Fokus ganz auf die Ästhetik künstlich geschaffener Welten setzen.

Unbesehen dessen stört mich hier aber vor allem die Positionierung des Schiffs in der Gesamtkomposition. tatsächlich scheint es nämlich, wie wenn Du einen sehr sorgfältig geplanten Bildaufbau mit einer zufälligen Bereicherung ausgebaut und dabei nicht mir auf die Gesamtwirkung geachtet hättest – das Bild bekommt deutlich Schlagseite nach rechts, indem das Schiff die rechte Hälfte der Aufnahme weiter hervorhebt, die schon durch den Berggipfel und den Mond einen Schwerpunkt bildet. Ich glaube, wenn Du etwas länger gewartet – oder gleich nach dieser noch eine Aufnahme mit ungefähr den gleichen Daten gemacht – hättest, läge ein zusätzlicher Gewinn der Schiffslinien in einem Gegengewicht unten Links.

Dabei ist klar, dass bewegte Objekte schwer planbar sind und man sich, um die Linien von Lichtern in der Gesamtkomposition gut zu platzieren, das Bild nur vorstellen kann. Gerade bei einem langsamen, in doch einiger Distanz horizontal durchs Bild fahrenden Objekt ist das recht gut machbar

Die vollständige Fotokritik kann man  hier nachlesen.

Fotokritik von Peter Sennhauser was last modified: Dezember 30th, 2016 by Fabio